Rücken- und Muskelschmerzen müssen nicht
sein.
Die Veränderungen der Arbeitswelt haben auch zu Veränderungen bei den Krankheitsbildern geführt: Die häufigsten
arbeitsbedingten gesundheitlichen Probleme sind laut einer Umfrage der Europäischen Agentur für Sicherheit und
Gesundheit am Arbeitsplatz Rückenschmerzen (30 Prozent der Mitarbeiter), Stress (28 Prozent) und Muskelschmerzen
in Armen oder Beinen (17 Prozent).
Wir sitzen, sitzen, sitzen...
Ein ähnliches Bild zeigt der Blick auf die Suva-Statistik mit den Gründen für die häufigsten Absenzen am Arbeitsplatz:
An erster Stelle liegen Muskel- und Skeletterkrankungen mit 25 Prozent.
Unsere heutige Arbeitswelt ist der Gesundheit nicht zuträglicher geworden. Zwar rennt der Cursor über den
Bildschirm, aber wir sitzen, sitzen und sitzen - im Auto, im Bürostuhl, in Meetings, im Flieger und daheim auf der Couch.
Nacken- und Rückenschmerzen treten mit der Zeit vermehrt auf. Vor lauter Stress vergessen wir, zwischendurch auch
mal kleine Pausen einzulegen um wieder aufzutanken und durchzuatmen. Wer regelmässig vor dem Bildschirm
arbeitet, weiss es: Die Schultern beginnen zu schmerzen, der Rücken ist nach Feierabend verspannt und die Augen
brennen.
Pausen im Gesetz
Vor allem ununterbrochene Arbeit am PC über einen längeren Zeitraum hinweg schadet dem Körper. Das wissen auch
die Gesetzgeber und haben deshalb Vorsorge getroffen: Nach der deutschen Bildschirmarbeitsverordnung muss die
tägliche Arbeit an Bildschirmgeräten regelmässig durch Kurzpausen unterbrochen werden, um so die Belastungen
zu verringern. Auch die Schweiz verpflichtet die Arbeitgeber, alle nötigen Massnahmen für den Gesundheitsschutz
zu treffen.
Eine Lösung der Problematik besteht in kurzen Aktivpausen, so genannten
Micropausen, am Computerarbeitsplatz. Kurze Pausen wirken nachhaltiger. Durch viele wissenschaftliche Studien ist die Wirkung von
kurzen, regelmässigen Pausen belegt. Micropausen beugen der Ermüdung vor, senken die Fehlerhäufigkeit, lassen
Beschwerden bei den oberen Extremitäten, Augen und Nacken zurückgehen und sichern so die Leistungsfähigkeit der
Mitarbeitenden.
Micropausen sind alles andere als unproduktive ArbeitsInterbrechungen, sondern lohnen sich für alle Beteiligten.
1996 war in einer Studie des amerikanischen Professors Robert Henning zu lesen: «Gefahren der muskulären
Erkrankungen und die Fehlerhäufigkeit werden während der intensiven Computerarbeit erheblich verringert, wenn
regelmässig kurze Pausen durchgeführt werden.» Eine gross angelegte Praxisstudie wies 1999 für Personen unter
einem Micropausenprogramm eine um 13 Prozent niedrigere Fehlerhäufigkeit nach als bei Personen ohne ein
solches Programm.
Beginnen Sie jetzt
Während der Arbeit am PC sollen nicht nur regelmässig kurze Pausen stattfinden, man soll auch Übungen machen,
um Beschwerden gar nicht erst aufkommen zu lassen. Damit Sie gleich anfangen können, finden Sie
untenstehend drei Übungen für den Kopf- und Nackenbereich sowie eine für die Schultern. Alle Übungen können in normaler
Bürokleidung direkt am Arbeitsplatz erfolgen. Man benötigt dazu weder Geräte, noch kommt man ins Schwitzen.
Weitere Übungen mit animierten Anleitungen für Kopf, Nacken, Schultern, aber auch für Rücken und Bauch, für Augen
und zur Entspannung sowie gegen Stress und Müdigkeit finden Sie auf www.heisana.ch. Klicken Sie auf «gesunde
Ideen» und dann auf «gesunder Lebensstil» - die Übungen sind rund um die Uhr für Sie da.
Übungen für den Kopf und Nacken
Dehnen der seitlichen Halsmuskulatur
Sitzen Sie bequem und aufrecht, neigen Sie den Kopf zur rechten Schulter und fassen den Kopf mit der
rechten Hand und üben einen leichten Druck aus. Schieben Sie dabei die linke Schulter und die linke Hand so weit
wie möglich nach unten. Halten Sie die Position für 6 bis 8 Sekunden. Danach die Seite wechseln.
2-mal je Seite.

Kräftigung der Nackenmuskulatur
Falten Sie die Hände und legen Sie diese an den Hinterkopf. Richten Sie sich auf und machen eine stolze Brust,
drücken mit dem Kopf gegen den Widerstand der Hände, für 10 Sekunden halten. Mit leichter «Kutscherhaltung» einige Sekunden entspannen, dann
wiederholen.

Massieren der Nackenmuskulatur
Nehmen Sie Daumen, Zeige- und Mittelfinger beider Hände und beginnen von den Schulterenden her die
Ansätze der Nackenmuskulatur sanft durchzukneten. Gehen Sie weiter zur Halsmuskulatur bis hin zum
Hinterkopf, um dort die Ansätze kreisend zu massieren.

Übung für die Schultern
Dehnung des Schultergürtels
Legen Sie eine Hand zwischen die Schultern und üben mit der freien Hand einen sanften Druck auf den
Ellenbogen aus. Nach etwa 5 Sekunden nachdehnen.
2-mal pro Seite.
